18. Juni 2021

„Waldläufer-Staffel“ verlangt den Bahnläufern alles ab.

Obere Reihe von links: Timo Böhl, Medhanie Teweldebrhan, Torben Henrich, Nico Weyandt, Felix Friedrich Untere Reihe von links: Maria Espeter, Franziska Espeter, Johlanda Espeter
Obere Reihe von links: Timo Böhl, Medhanie Teweldebrhan, Torben Henrich, Nico Weyandt, Felix Friedrich Untere Reihe von links: Maria Espeter, Franziska Espeter, Johlanda Espeter

LG Wittgenstein glänzt bei Kreis-Langstaffel-Meisterschaften.
Espeter-Schwestern siegen und erfüllen sich einen Traum.


Olpe. Die Kreis-Langstaffel-Meisterschaften klingen nicht nur wie ein sperriges Fremdwort, sondern sind es für die Leichtathleten der LG Wittgenstein im Verlaufe der Jahre auch tatsächlich Sinn geworden. Wann zuletzt eine Staffel aus dem Altkreis beim Teamwettbewerb der Mittelstreckler vertreten war, daran kann sich spontan jedenfalls niemand erinnern.


Das Bigge-Energie-Meeting in Olpe, in dessen Rahmen die Langstaffeln am Mittwochabend ausgetragen wurden, wurde also nicht nur zum ersten Wettkampf der heimischen Leicht-athletik seit dem vergangenen Sommer, sondern auch zum Comeback der LGW auf der Mittelstrecke.


„Die Läufer suchen ja etwas, um sich zu vergleichen. Händeringend“ , erklärt LGW-Geschäftsführer Michael Boer, der zugleich Trainer der Laufgruppe ist. „Und da kam ihnen auch diese Veranstaltung gerade recht. Es findet ja kaum etwas statt.“
Boer konnte in Olpe nicht dabei sein und hatte richtig was verpasst. 140 Athleten hatten gemeldet, entsprechend viel Betrieb war auf der neu überdachten Tribüne des Kreuzberg-stadions, die durch das 3x1000-Meter-Rennen der Männer regelrecht in Aufregung versetzt wurde.


Mit der Staffel der LG Kindelsberg lieferten sich die „Orangenen“ ein packendes Rennen, das bis auf die Zielgerade spannend blieb.


In 8:36,16 Minuten blieben die Siegerländer am Ende eineinhalb Sekunden vor der LGW. Medhanie Teweldebrhan hatte als zweiter Läufer auf Platz zwei liegend von Dominik Weise übernommen und den Wittgensteiner Timo Böhl nach einem schnellen, beherzten Lauf in Führung liegend auf die Reise geschickt. „Ich habe mich ihm erwehren wollen, aber da war kein Kraut gewachsen“ sagte Böhl über den Zweikampf mit Josef Mwaisumo, der den Titel für die Kreuztaler sicherte.

Ungleiches Duell, verschenkter Titel
Es war ein ungleiches Duell, in dem die langstreckenorientierten Straßen- und Waldläufer auf ein Team der LGK trafen, das sich eher auf der Stadionlaufbahn oder kürzeren Langstrecken zu Hause fühlt. „Wir sind für den 1000-Meter-Lauf nicht gemacht“, stellt Böhl mit brennender Lunge fest. Etwas ärgerlich war im Rückblick die Staffelzusammensetzung der LGW, die ein zweites Team aus Erndtebrück an den Start brachte.

Felix Friedrich, Nico Weyandt und Torben Henrich die allesamt eher Allround-Sportler als Mittelstrecken-Asse sind, brachten den Stab in respektablen 8:57,07 Minuten als Dritter unter sieben Mannschaften ins Ziel. Henrich stach in diesem Trio etwas heraus und hätte der ersten
Staffel zum Sieg verhelfen können.

Einen Titel gab es dennoch für die LGW bzw. den TV Laasphe, dem Johlanda, Franziska und Maria Espeter angehören. Die drei Schwestern erfüllten sich mit dem gemeinsamen Staffelstart einen lange gehegten Traum und ließen in 7:50,91 Minuten über 3x800 Meter nicht nur den ASC Weißbachtal in der Frauenklasse, sondern auch alle Jugendstaffeln hinter sich. Ob die LGW künftig wieder Langstaffeln stellen wird bleibt offen. Böhl: „Es hat Spaß gemacht und Potenzial. Nur, viele aus der Volkslaufszene kenne diesen Termin gar nicht.“ fr

Bericht: Westfalenpost von 18.6.2021 Florian Runte

Bild: LGW Jens Marburger